Weingut Vincenz Richter Meissen Sachsenflasche
Sachsenflasche
eine besondere Flaschenform
Seit wann gibt es die Lößnitz - Sachsenflasche?
Das Archivmaterial der Lehranstalt wurde nach dem 2. Weltkrieg durch den Rechtsnachfolger vernichtet. So ist heute nur eine Rekonstruktion der Ereignisse durch die Auswertung von Sekundärquellen möglich.
 
Das Meißner Tageblatt vom 30. 10.1928 berichtete über die Eröffnung der Weinbau Versuchs- und Lehranstalt Hoflößnitz am 27. Oktober 1928 wie folgt:
 
Einweihung der Hochschule für den sächsischen Weinbau »Landwirtschaftsrat Pfeiffer hat sogar eine besondere Flaschengestalt für die Hoflößnitzer Weine erfunden. Sie zeigt nicht nur den Geburtsort des Weines an, wie z. B. die Bocksbeutelflaschen, sondern sie hat auch den Vorzug, daß sie sich bis zu drei Meter hoch schichten läßt, ohne Querhölzer zu beanspruchen.

Carl Pfeiffer und die Lößnitzflasche
Im Kötzschenbrodaer Generalanzeiger vom 29.10.1928 wird über viele Einzelheiten der Eröffnung der Lehranstalt berichtet, besondere Erwähnung fand jedoch die »neuartige Form der Flasche, die jedes Zerdrücken ausschließt«. Es fällt auf, dass die besondere Form der Flasche gewürdigt wird, aber die Keulenform nicht ansatzweise beschrieben wird. Erst bei der Vorstellung der Sächsischen Weine in der Volkszeitung vom 29. 11. 1932 ist folgender Wortlaut nachzulesen: 'Interessant ist, daß die Flasche für sächsische Weine eine besondere Art in der Form einer Turnerkeule aufweist'.
Es muss an dieser Stelle offen bleiben, ob Pfeiffer 1928 die Lößnitzflasche schon wirklich körperlich vorstellen konnte, oder ob seine Idee von dieser Flasche erst später verwirklicht werden konnte.
 
An Hand von Flaschen, welche sich heute in Sammlerbeständen befinden, ergibt sich folgendes Bild:
Die originalen 0,7 L-Flaschen tragen auf dem ebenen Flaschenboden das Signet A. 1931. Dabei handelt es sich um die Jahreszahl ihrer Herstellung. Gleichzeitig wurden auch 0,35 L-Flaschen hergestellt. Ihre Maße und Gewichte betragen: 30 cm / 620 g bzw. 24 cm / 420 g. Die Farbe des Glases schwankt von chromgrün zu olivgrün. Die Flaschen besitzen eine Bandmündung. Als Produzent dieser Flaschen kann die nahe gelegene Glashütte in Freital bei Dresden angenommen werden. In welchen Stückzahlen sie verbreitet wurden, ist nicht bekannt.
 
Es ist sehr wahrscheinlich, dass im Jahr 1931 die Einführung der Lößnitzflasche durch Pfeiffer erfolgte. Im Jahr 1945 hörte die Staatliche Weinbauversuchs- und Lehranstalt Hoflößnitz auf zu bestehen. Sie wurde in das Staatsweingut Radebeul eingegliedert. Dieses wiederum wurde 1950 dem Volksweingut Lößnitz, aus dem wiederum das VEG Weinbau Radebeul hervorging, zugeschlagen. Mit dem Ende des 2. Weltkrieges und den daraus erwachsenden politischen Veränderungen ging die Lehranstalt ein, so dass die Lößnitzflasche in Vergessenheit geriet. Der letzte erhaltene Beleg für die Nutzung dieser Flasche ist im Museum Hoflößnitz in Radebeul zu finden.
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Quelle: Frank Förster und Gerd Ulrich

Wie kam es zu der typischen Keulenform der Lößnitzerflasche?
Bei der Beantwortung dieser Frage half, wie so oft bei historischen Forschungen, der Zufall. Ende der 60er Jahre konnte in der ehemaligen Weinprobierstube der Hoflößnitzer Lehranstalt eine keulenförmige Mineralwasserflasche der französischen Firma Perrier sichergestellt werden. Diese ist bis heute erhalten geblieben. Leider fand ein in der Form etwas abgeändertes, gedrechseltes Holzmodell, welches mit großer Wahrscheinlichkeit die Vorlage für die Lößnitzflasche in der Glashütte war, damals keine Beachtung. Die überlieferte Mineralwasserflasche trägt auf dem Flaschenboden das Signet »SOURCE PERRIER«.
Die spätere Lößnitzflasche sieht ihr verblüffend ähnlich! Ein Blick in die Firmenchronik des Hauses Perrier gibt folgende Auskunft: Die Perrier-Quelle befindet sich bei Vergeze im Süden Frankreichs. Im Jahr 1906 gründeten Dr. Perrier und Sir John Harmsworth die »Compagnie da la Source Perrier«. Sir John Harmsworth erfand die eigentümliche Form der Perrier-Flasche nach der Form.
Quelle Frank Förster und G.Ulrich

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